- Mit meinem Soloprojekt komme ich ganz gut voran. Habe bisher 4 Texte geschrieben und die ersten Spuren von "Forever Dark Nights" aufgenommen.
Eigentlich wars das auch schon.
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Es ist der Freidhof. Es ist das Wetter. Es ist der Herbst. Ich weiß es nicht, aber ich bin zutiefst deprimiert. Ich will versuchen, es euch zu erklären:
Ich bin sehr klug. Mein IQ liegt irgendwo zwischen 125 und 133 (da variieren die Tests). Ich habe eine tolle Allgemeinbildung. Zumindest kann ich mich an keine Diskussion erinnern, in die ich mich nicht problemlos einklinken konnte. Ich weiß meistens das Richtige zu sagen, wenn es einem anderen schlecht geht. Ich bin so manch anderem Menschen in vielerlei Hinsicht geistig überlegen. Und genau das macht mich zum Monster.
Ich weiß nicht mehr, was mich auf diesen Gedanken gebracht hat. Vermutlich war es eine Stelle im Buch "Extrem laut und unglaublich nah", das ich heute begonnen habe.
Ich habe es (wie die meisten andere vermutlich auch) immer zutiefst verabscheut, wenn sich jemand an Wehrlosen in irgendeiner Art vergriffen hat. Dabei tue ich das schon seit jeher selbst. Es geht mir dabei um Menschen, die mir geistig unterlegen waren. Nicht dass ich jemand wäre, der anderen vor den Kopf knallt, wie dumm er doch ist. Aber wie oft habe ich anderen Manschen durch abschätzige Antworten o. ä. ihre eigene Unterlegenheit mehr als deutlich gemacht? Wie sehr habe ich sie dadurch in die Enge getrieben, weil die geistige Unterlegenheit (nein, ich rede nicht von Bildung) unabänderlich ist? Wieviele Selbstzweifel dadurch geschührt? Das an sich ist nicht das Schlimmste. Das Schlimmste daran ist, dass ich das reinen Gewissens getan habe. Dass sich die Überlegenheit gut anfühlt.
Jetzt, wo mir diese Gedanken kommen, schäme ich mich zutiefst für derartiges Handeln. So banal es sich auch anhören mag, es ist nichts anderes, als der Ausdruck von Geringschätzung. Ich untergrabe das Selbstwertgefühl anderer, den wichtigsten Faktor ihrer geistigen Gesundheit. Ich trete ihren Stolz mit Füßen. Völlig respektlos, wenn auch nur indirekt.
Aber warum tut man sowas? Was ist so toll an Überlegenheit? Und warum muss man sie - ob finaziell, geistig oder körperlich - ständig zur Schau stellen? Auf welche Art und Weise auch immer...
Ich kann den Gedanken gerade irgendwie nicht zu Ende führen, ich bin zu aufgewühlt. Das alles passt nicht zu der Überzeugung, die ich in meinem letzten Eintrag dargelegt habe. Wie kann ich anprangern, das letztendlich nichts von Bedeutung ist, weil das letzte Hemd keine Taschen hat und gleichzeitig meiner Wirkung auf andere soviel Wert beimessen?
Ich weiß es nicht. Aber auch wenn es bedeutungslos ist: Ich bereue vieles, was ich getan und gesagt habe. Und diese Reue reißt mir grad irgendwie den Boden unter den Füßen weg...
überlegenheit ist teil des selbstwertgefühls, teil eines natürlichen kognitiven prozesses; die viel gerühmte bescheidenheit (wer hat sie denn bitte vorzuweisen?) ist nicht dazu da, um im eigentlichen sinne gelebt zu werden. nicht in diesem heute & hier, in diesem jahrtausend; bescheidene menschen erreichen nur, dass man sie vergisst, weil viel berühmtere menschen statt ihrer sterben.
AntwortenLöschenoder um auf den punkt zu kommen: geistige, meinetwegen sogar emotionale überlegenheit, ist sicher kein rund-um-die-uhr-vorteil. im gegenteil. überlegenheit macht einsam, - gerade dann, wenn man am ende auch noch recht behält. tatsache ist doch die: wir wissen alle, dass der großteil der menschen nicht unbedingt zu den hellsten gehört. die meisten sind fügsam, folgsam & charakterschwach. dazu zählt eine wie auch immer geartete dummheit durchaus dazu, - siehe die unmündigkeit, siehe aufklärung, siehe die geschichte. das alles ist wieder & wieder gelebt, alles sozialhistorisch durchgekaut bis zum erbrechen. (scheiße, es gibt immer noch leute, die darüber recherchieren, die darüber ihre hausarbeiten schreiben).
es ist nicht zwangsläufig schlecht, sich überlegen zu fühlen, - zumindest dann, wenn es in einem weiteren sinne gerechtfertigt ist. jemanden abschätzig zu behandeln rechtfertigt sich selten, zugegeben, aber andererseits, entschuldige, aber: auch respekt ist eine frage der intelligenz. einen menschen nur aufgrund der tatsache respektieren, weil er ein mensch ist?, weil er fühlt & denkt, & eine geschichte hat? sicher? ich meine: wie viel dummheit, wie viel LEID (vor allem leid) wäre damit gerechtfertigt & legitimiert?
zudem: reue ist nicht konstruktiv. reue heißt nicht, dass man aus fehlern lernt. es heißt nur, dass man die fehler erkannt hat.
Wie kann man aus Fehlern lernen, die man, mangels Reue, womöglich nicht mal erkannt hat?
AntwortenLöschendu akzeptierst ja allein schon die theorie, dass man aus seinen fehlern lernt...? den fehlern, die wirklich gravierend sind, die eine eigene schwerkraft besitzen, hilft reue nicht, weil reue nichts ändert. reue ist ja nur der blick nach hinten, - daraus resultiert nicht zwangsläufig der erkennende blick nach vorne; im gegenteil. wenn du immer wieder die gleichen fehler begehst, dann verdienst du sie. grund? mangelnde reflektion. da hat reue nichts mit zu tun. zumindest meiner meinung nach nicht.
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